Blogtour „Dark Rose“ 1&2 Faszination BDSM (ab 18 Jahre)

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Willkomen zur Blogtour Dark Rose 1&2 !

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Beitrag sexulle Praktiken und Bilder enthält!

Dieser Beitrag ist für Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet.

Gestern wurde euch ja schon die Reihe Dark Rose vorgestellt und heute möchte ich euch etwas über BDSM erzählen. In den Büchern von J.R. König geht es auch um BDSM und wie ihr sehen werdet, ist diese Art von sexuellen Vorlieben kein Tabuthema mehr, sondern ein Thema, welches auch öffenlich diskutiert wird zwischen denen die es ausleben und denen die diese Art von Sex als nicht normal ansehen.

Morgen wird euch Jeanette etwas über Sexspielzeuge erzählen, welches bestimmt auch ein sehr interessanter Beitrag wird 😉

BDSM ist die heute in der Fachliteratur gebräuchliche Sammelbezeichnung für eine Gruppe miteinander verwandter sexueller Vorlieben, die oft unschärfer als Sadomasochismus (kurz: SM oder Sado-Maso) bezeichnet werden. Weitere mögliche Bezeichnungen für BDSM sind beispielsweise Ledersex oder Kinky Sex.

Der Begriff BDSM, der sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“ zusammensetzt, beschreibt eine sehr vielgestaltige Gruppe von meist sexuellen Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen in Zusammenhang stehen können.

Die grundlegende Basis von BDSM ist, dass es nach den Grundprinzipien „safe, sane and consensual“ praktiziert wird, was so viel wie „sicher, mit klarem Verstand und in gegenseitigem Einverständnis“ bedeutet. Die Freiwilligkeit, das heißt die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten, grenzt BDSM sowohl rechtlich als auch ethisch von Vergehen oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und von Gewaltmissbrauch ab.

Grundzüge

Alle Varianten des BDSM haben gemeinsam, dass sich die Beteiligten freiwillig aus ihrer Gleichberechtigung in ein Machtgefälle begeben. Der devote Partner gibt einen bestimmten Teil seiner Autonomie auf und übergibt sie dem dominanten Partner (Power Exchange). Beide Beteiligten erzielen daraus einen Lustgewinn. Der dominante Partner wird auch Dom oder Top genannt, der devote Partner auch Sub oder Bottom.

BDSM-Handlungen finden während einer festen Zeitspanne meist in Form eines erotischen Rollenspiels statt; ein einzelnes BDSM-Spiel wird Session genannt. Viele der innerhalb von BDSM ausgeübten Praktiken wie Schmerzzufügung, Erniedrigung oder Unterwerfung würden ohne den Zusammenhang zur speziellen sexuellen Vorliebe als unangenehm empfunden werden. Geschlechtsverkehr wie etwa Oral-, Vaginal- oder auch Analverkehr kann innerhalb einer Session vorkommen, ist jedoch nicht essentiell.

Die grundlegende Basis für die Ausübung von BDSM ist, dass es prinzipiell von mündigen Partnern, freiwillig und in gegenseitigem Einverständnis in einem sicheren Maße praktiziert wird. Diese Grundprinzipien werden seit den 1990er Jahren unter der englischen Bezeichnung „safe, sane and consensual“, kurz SSC zusammengefasst. Dies bedeutet so viel wie „sicher, mit klarem Verstand und in gegenseitigem Einverständnis“. Die Freiwilligkeit, das heißt die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten, grenzt BDSM sowohl rechtlich als auch ethisch von Vergehen oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und von Gewaltmissbrauch ab.

Einige Anhänger des BDSM bevorzugen einen etwas anderen Verhaltenskodex mit der englischen Bezeichnung RACK (risk-aware consensual kink), was etwa so viel bedeutet wie „risikobewusstes einvernehmliches sexuelles Handeln“; sie wollen damit die das Risikopotenzial betreffende Eigenverantwortung der beteiligten Partner stärker betonen.

Die Freiwilligkeit als entscheidendes Kriterium gilt dabei grundsätzlich. Die Einwilligung zu einem einvernehmlichen sadomasochistischen Geschehen kann nur geben, wer die Folgen seiner Zustimmung hinreichend abschätzen kann. Für seine Entscheidungsfindung muss der Einwilligende ausreichend Informationen und die notwendigen geistigen Fähigkeiten besitzen. Generell muss es dem Einwilligenden freistehen, die Einwilligung jederzeit widerrufen zu können, beispielsweise mit einem vorher vereinbarten Signalwort, einem sogenannten Safeword.

Dominance and Submission

Das Begriffspaar Dominance und Submission (D/s) kommt aus dem Englischen und bedeutet Herrschaft und Dominanz sowie Unterwerfung und Unterordnung. Man bezeichnet damit ein ungleiches Machtverhältnis zwischen Partnern, das bewusst angenommen und angestrebt wird. Dominance and Submission benennt somit eher die psychische Komponente des BDSM. Obwohl dies auch in vielen Partnerschaften der Fall ist, die sich selbst nicht als sadomasochistisch auffassen, gilt es bewusst gelebt als Teilbereich des BDSM. Die Variationsbreite der individuellen Ausprägungen ist dabei groß.

Speziell psychisch orientierte Praktiken sind z. B. Erziehungsspiele, bei denen der dominante dem devoten Partner bestimmte Verhaltensweisen abverlangt. Sonderformen sind hierbei erotische Rollenspiele wie das Ageplay – bei dem ein gespielter Altersunterschied als Hintergrund fungiert – oder das Petplay. Die gezielt eingesetzte sexuelle Zurückweisung des Partners kann ebenfalls Teil von Dominance and Submission sein (siehe auch Cuckold). Die bekannteste und wohl klischeebehaftetste Form von Dominance and Submission ist die von „Herrschaft und Sklaventum“. Diese kann für die kurze Dauer eines „Spiels“ unter ansonsten gleichberechtigten Partnern umgesetzt, aber auch permanent in den Alltag integriert werden („24/7“) und reicht bei wenigen Partnerschaften bis hin zur völligen Unterwerfung eines Partners im Sinne des Total Power Exchange. Ausgleichende Elemente für Beherrschung und Unterwerfung sind dabei Fürsorge und Hingabe, die sich jeweils ergänzen und so stabile Beziehungen ermöglichen.

Kette mit justierbaren Brustklammern
Die Unterwerfung des Sub wird von diesem manchmal durch Symbole wie ein besitzanzeigendes Halsband, besondere Tätowierungen, Intimschmuck oder sehr kurzgeschnittene Haare oder Glatzen nach außen hin demonstriert. Vereinzelt wird in längeren Beziehungen das Machtverhältnis in sogenannten „Sklavenverträgen“ schriftlich fixiert. Diese symbolische Handlung soll die innige Verbundenheit der Partner und ihre gemeinsamen Vorstellungen „verbindlich“ festhalten. Rechtlich sind diese „Sklavenverträge“ in keiner Weise verbindlich, da sie nach allgemeiner Auffassung zum Beispiel gegen die guten Sitten verstoßen und aufgrund dessen nach § 138BGB nichtig sind. In der Vergangenheit führte die Existenz derartiger Schriftstücke in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder zu drastischen Schlagzeilen in der Boulevardpresse, da in ihnen das Innenverhältnis und vereinbarte Praktiken sehr detailliert aufgeführt werden. Bei uninformierten Dritten führen derartige aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöste Informationen regelmäßig zu starker Ablehnung und einer Verurteilung der dem Schriftstück zugrundeliegenden Beziehung.

Physische Aspekte

Betrachtet man BDSM auf einer rein körperlichen Ebene, lässt sich feststellen, dass es teilweise mit der gezielten Zufügung von physischen Schmerzen und anderen intensiven Sinneseindrücken verbunden ist. Die hierdurch freigesetzten Endorphine werden in ihren Auswirkungen von BDSM-Anhängern häufig mit dem sogenannten Runner’s High oder den Nachwirkungen eines Orgasmus verglichen. Dieser Zustand wird teilweise auch als tranceähnlicher Subspace bezeichnet und wiederholt als sehr angenehm geschildert. Diese Erfahrung von Lustschmerz ist eine wichtige, aber nicht die einzige Motivation für viele BDSM-Praktizierende. Es gibt Personen, die an Sessions teilnehmen, aus denen sie selbst keinerlei (körperliche) Befriedigung ziehen. Sie begeben sich ausschließlich in solche Situationen, um ihrem Partner eine Gelegenheit zu bieten, seine eigenen Bedürfnisse oder Fetische auszuleben.
In einigen Varianten des BDSM-Spiels setzt der Top den Bottom unterschiedlichsten Sinneseindrücken aus, indem er ihn beispielsweise kneift, beißt, mit Fingernägeln kratzt, ihm „den Hintern versohlt“ oder so unterschiedliche Instrumente wie Gerten, Peitschen, flüssiges Wachs, Eiswürfel, Wartenbergräder, EMS oder ähnliches an ihm benutzt. Die Fixierung durch Handschellen, Seile, Ketten oder auch Vakuumbetten wird ebenfalls häufig eingesetzt, und Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern, Kochlöffel oder Stretchfolien werden genutzt.

Beziehungsarten

Spielbeziehungen

Viele Anhänger des BDSM betrachten die Ausübung von BDSM in ihrem Sexualleben als erotisches Rollenspiel und sprechen in diesem Zusammenhang daher auch von „Spiel“ und „spielen“. Die Durchführung eines solchen Spieles wird als „Session“ bezeichnet.

Analog dazu spricht man von „Spielbeziehungen“ und meint damit zweierlei: Zum einen bezeichnet dieser Begriff gewöhnliche gleichberechtigte Partnerschaften, in denen BDSM Teil oder Vorspiel der Sexualität ist. Bestehen mehrere Partnerschaften mit intensiven emotionalen Bindungen über eine längere Zeit hinweg, so kann eine Überschneidung mit der Praxis von Polyamory bestehen. Es können mit dem Begriff Spielbeziehungen aber auch Partnerschaften gemeint sein, die ausschließlich gelegentliches gemeinsames Ausleben bestimmter sexueller Fantasien zum Ziel haben und in denen sonst kein weiteres partnerschaftliches Verhältnis besteht.

Weitverbreitete Rollenmodelle

Tops und Bottoms

Vorderansicht eines typischen Halsbandes; diese werden häufig von Subs getragen und dienen als Symbol der Unterwerfung
Im BDSM nennt man den Partner „Top“ oder häufiger „Dom“, der die aktive, d. h. kontrollierende Rolle in einer meist durch die Ausübung von Schmerz, Erniedrigung oder Unterwerfung geprägten Session hat. Der als „Bottom“ oder häufiger als „Sub“ bezeichnete Partner setzt sich für die Dauer der Session freiwillig solchen Handlungen aus und ist der sogenannte passive Teil.

Switcher

Einige BDSM-Anhänger switchen, das bedeutet, sie spielen sowohl die dominante als auch die devote Rolle. Sie praktizieren dies entweder innerhalb einer einzigen Session oder nehmen diese unterschiedlichen Rollen in unterschiedlichen Sessions mit demselben oder mit unterschiedlichen Partnern ein.

Außererotischer BDSM

Im Gegensatz zu solchen Spielbeziehungen stehen partnerschaftliche Beziehungen, die auch über den erotischen Bereich hinaus klar von Vorstellungen aus dem Bereich BDSM bestimmt sind. Die beteiligten Partner pflegen dabei auch in ihrem täglichen Leben ein entsprechendes Machtverhältnis zueinander und machen Aspekte des BDSM gemeinsam zu ihrem Lebensstil – womit man BDSM nicht mehr als rein sexuelles Phänomen bezeichnen kann. Man spricht hierbei von „24/7-Beziehungen“, hergeleitet von 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche.

Symbole

Ring der O als Fingerring
BDSM- und Fetisch-Motive haben sich im Alltagsleben der westlichen Gesellschaften durch so unterschiedliche Faktoren wie avantgardistische Mode, Rap, Hip-Hop, Heavy Metal, Science-Fiction-Fernsehserien und Spielfilme immer weiter ausgebreitet und werden von vielen Menschen bereits nicht mehr bewusst mit ihren BDSM-Wurzeln in Verbindung gebracht. Die Verwendung von Intimpiercings ist mittlerweile, nachdem sie noch in den 1980er Jahren überwiegend auf die Punk- und BDSM-Szene beschränkt war, ebenfalls nicht mehr rein szenetypisch, sondern in weiten Bevölkerungskreisen verbreitet.

Die Leather-Pride-Flagge ist ein Symbol, das neben der Lederbewegung auch immer häufiger für die BDSM-Szene steht. Das im angelsächsischen Raum verbreitete Triskelion namens BDSM-Emblem ist in den deutschsprachigen Ländern eher selten anzutreffen. Der sogenannte Ring der O findet sich auch in der Gothic-Szene und als Modeschmuck wieder.

Vorurteile

Es existieren zahlreiche Vorurteile, Klischees und Stereotype bezüglich BDSM in der Öffentlichkeit. Keine Seltenheit sind Missverständnisse, die daraus resultieren, dass „Vanillas“ nicht wie BDSMler zwischen dem wirklichen Leben und dem Praktizieren von BDSM unterscheiden. So gehen manche davon aus, dass Submissive im BDSM auch im sonstigen Leben gerne Schmerz und Erniedrigung erfahren würden, und dass Dominante im Alltagsleben auch wie im BDSM dominant seien. Umgekehrt behauptet ein anderer Mythos, Submissive und Dominante würden im BDSM genau das Gegenteil ihres echten Lebens praktizieren – so seien die Kunden von Dominas meist erfolgreiche Geschäftsmänner. Beide Positionen sind jedoch einseitig. Zwischen der Stellung im Alltag und im BDSM-Spiel kann, muss aber kein Zusammenhang bestehen.

Aus der BDSM-Praxis kennen viele Personen vor allem das Erkaufen sadomasochistischer Dienstleistungen von Dominas durch männliche Kunden, hieraus entspringen ebenfalls viele Klischees. Ein weiteres verbreitetes Klischee geht davon aus, dass innerhalb des BDSM Frauen grundsätzlich den Mann dominieren, was jedoch nicht zwingend der Fall ist; ebenso wird BDSM häufig auf körperlichen Schmerz meist grober Natur reduziert, ohne den vielen unterschiedlichen Spielweisen gerecht zu werden, die auf anderen Effekten beruhen. Neben dem Klischee der peitscheschwingenden Domina stellt der in Leder gekleidete Sadomasochist ein ebenfalls weitverbreitetes Rollenklischee dar.

Während es immer wieder zu Überschneidungen mit unterschiedlichsten Formen des Fetischismus kommen kann, besteht entgegen landläufiger Meinung kein zwangsläufiger Zusammenhang zwischen BDSM und Fetischen wie zum Beispiel Latex, Lack und Leder. Das häufige Vorkommen derartiger Kleidungsstücke lässt sich teilweise mit der Funktion als quasi-formalisierter Dresscode erklären. Die relative Offenheit gegenüber alternativen sexuellen Lebensstilen führt dazu, dass Fetischismus im Umfeld von BDSM häufig wesentlich offener ausgelebt wird als in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Ein weiteres weitverbreitetes Vorurteil ergibt sich daraus, dass man im BDSM nur die Ausübung körperlicher und geistiger Gewalt sieht, während eine tiefe emotionale Verbundenheit zwischen den beteiligten Partnern für viele Außenstehende angesichts ihnen vordergründig als bloße Gewalt erscheinender Handlungen zunächst nicht vorstellbar erscheint.

Da der Begriff BDSM mehrere, in ihren möglichen Ausprägungen zum Teil sehr unterschiedliche Teilaspekte umfasst und diese bei Einzelnen in sehr verschiedenen Schwerpunkten vorkommen, ist das Spektrum der auftretenden Interessen und Persönlichkeiten sehr groß und ausgesprochen uneinheitlich. Aufgrund mangelnder Informationen in der Gesamtbevölkerung führt dies, zusammen mit weitverbreiteten Vorurteilen, häufig dazu, dass Handlungen und Aussagen einzelner BDSM-Praktizierender zugleich allen anderen zugeschrieben werden.

Vorkommen

BDSM-Aktivisten auf der Taiwan Pride 2005, Taipeh
BDSM wird von allen Schichten der Gesellschaft praktiziert und kommt sowohl bei heterosexuellen als auch bei homosexuellen Männern, Frauen und Transgendern in unterschiedlichsten Ausprägungen und Intensitäten vor. Zur generellen Rolle von Frauen in der sadomasochistischen Subkultur gibt es ausführliche Darstellungen in der einschlägigen Literatur. Diese reichen von „Fesselspielchen“ szenefremder Paare im heimischen Schlafzimmer, die sich selbst mit dem Begriff BDSM nicht bewusst in Verbindung bringen, bis hin zu öffentlich inszenierten „Klinikspielen“ und Vorführungen auf Partys und öffentlichen Großveranstaltungen, wie beispielsweise auf den international in mehreren Großstädten stattfindenden Folsom-Paraden.

Der Frauenanteil liegt merklich höher als bei den meisten anderen ehemals als Paraphilie eingeordneten Verhaltensweisen. Die Schätzungen über den Anteil sexueller Vorlieben aus dem Bereich BDSM in der Bevölkerung reichen von fünf bis 25 Prozent, je nach der Art der Fragestellung. Eine 1997 veröffentlichte nicht-repräsentative Untersuchung auf Fragebogenbasis über die sexuellen Gewohnheiten US-amerikanischer Studierender kam bei einer Antwortquote von knapp 8,9 Prozent zu dem Ergebnis, dass 15 Prozent der bekennenden homosexuellen Studenten, 21 Prozent der bekennenden lesbischen und bekennenden bisexuellen Studentinnen, elf Prozent der heterosexuellen Studenten und neun Prozent der heterosexuellen Studentinnen BDSM-Phantasien angaben.

Psychologische Einordnung

Früher wurden viele der innerhalb von BDSM gelebten Praktiken generell dem Sadismus oder dem Masochismus zugerechnet und im Sinne einer Triebstörung seitens der Psychiatrie als krankhaft eingeschätzt. So gilt Sadomasochismus nach ICD-10 als „Störung der Sexualpräferenz“ (Schlüssel F65.5), die dort wie folgt beschrieben wird: „Es werden sexuelle Aktivitäten mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei masochistischen als auch sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung.“

Erst mit dem Erscheinen des DSM IV im Jahr 1994 wurden Diagnosekriterien veröffentlicht, nach denen BDSM eindeutig nicht mehr als Störung der Sexualpräferenz angesehen wird. Die Diagnose Sadismus oder Masochismus darf demnach hinsichtlich der sexuell motivierten Ausprägung dieser Störungen nur noch gestellt werden, wenn der Betroffene anders als durch die Ausübung sadistischer oder masochistischer Praktiken keine sexuelle Befriedigung erlangen kann, oder seine eigene sadistisch oder masochistisch geprägte Sexualpräferenz selbst ablehnt und sich in seinen Lebensumständen eingeschränkt fühlt oder anderweitig darunter leidet. Eine Überlagerung von sexuellen Präferenzstörungen und der Ausübung von BDSM-Praktiken kommt jedoch vor.

Am 24. April 1995 entfernte Dänemark als erster Mitgliedsstaat der Europäischen Union Sadomasochismus vollkommen aus seinem nationalen Klassifikationssystem für Krankheitsbilder, im Januar 2009 folgte Schweden.

Neuere Untersuchungen zum Thema Verbreitung von BDSM-Phantasien und -Praktiken schwanken erheblich in der Bandbreite ihrer Ergebnisse. Zusammenfassend lässt sich jedoch feststellen, dass die überwiegende Mehrheit der Autoren davon ausgeht, dass zwischen fünf und 25 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Sexualpraktiken ausübt, die mit der Lust an Schmerzen, bzw. mit Macht und Ohnmacht in Verbindung stehen. Der Bevölkerungsanteil mit entsprechenden Phantasien wird sogar regelmäßig höher beziffert.

Bottom mit aufblasbarem Knebel, Halsband, Ketten und Handschellen

Es existieren nur wenige Studien, die psychologische Aspekte des Themas BDSM unter Berücksichtung moderner wissenschaftlicher Standards betrachten. Eine zentrale Untersuchung zu dem Thema stammt von dem US-amerikanischen Sexualwissenschaftler Charles Moser und wurde 1988 im Journal of Social Work and Human Sexuality veröffentlicht. Er kommt zu dem Schluss, dass es generell an Daten über die psychischen Probleme von BDSM-Anhängern fehlt, sich aber dennoch einige grundsätzliche Tatsachen herauskristallisieren. Er betont, dass es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass BDSM-Anhänger gemeinsame Symptome oder irgendeine gemeinsame Psychopathologie haben und auch aus der klinischen Literatur kein konsistentes Bild von BDSM-Anhängern hervorgegangen ist. Moser weist darauf hin, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass BDSM-Anhänger überhaupt irgendwelche besonderen psychiatrischen oder gar auf ihren Vorlieben beruhenden, spezifisch nur bei ihnen auftretende Probleme haben, die im direkten Zusammenhang mit ihrer Orientierung stehen.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2008 bestätigte allerdings einen Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsmerkmal Experience Seeking (Bedürfnis nach neuen und starken Reizen) und tatsächlich praktiziertem BDSM.

Probleme treten teilweise in Bezug auf die Einordnung der eigenen Neigungen durch die Betroffenen auf. So ist die Frage nach der eigenen „Normalität“ gerade in der Phase des eigenen Coming-Out (siehe auch dort) häufig. Gerade in Beziehungen mit „Vanillas“ kann das Entdecken entsprechender Neigungen nach Moser die Furcht vor einer Zerstörung der aktuellen Beziehung nach sich ziehen. Dies, zusammen mit der Furcht vor Diskriminierung im Alltag, führt bei einigen BDSM-Anhängern zu einem teilweise sehr belastenden Doppelleben. Zugleich kann das Verleugnen von BDSM-Neigungen jedoch auch zu Stress und Unzufriedenheit mit dem sogenannten „Vanilla“-Lebensstil führen und erweckt bei einigen Betroffenen die Befürchtung, keinen Partner zu finden. Hierzu stellt Moser fest, dass BDSM-Anhänger, die Probleme beklagen, BDSM-Partner zu finden, zumeist auch Probleme haben, Nicht-BDSM-Partner zu finden. Der Wunsch, die entsprechenden Neigungen abzulegen, ist ein weiterer möglicher Grund für psychische Probleme der Betroffenen, da dies in der Regel nicht möglich ist. Der Wissenschaftler stellt in seiner Arbeit abschließend fest, dass BDSM-Anhänger nur selten Gewalttaten begehen. Aus seiner Sicht steht die eventuelle Beteiligung von BDSM-Anhängern an gewaltsamen Handlungen meist in keinem Zusammenhang mit der in ihrem Leben vorhandenen BDSM-Komponente.

Moser kommt in seiner Arbeit zusammenfassend zu dem Schluss, dass keinerlei wissenschaftliche Grundlage existiert, die es begründen könnte, Personen dieser Gruppe Arbeits- oder Sicherheitsbescheinigungen, Adoptionsmöglichkeiten, Sorgerechte oder andere gesellschaftliche Rechte oder Privilegien zu verwehren. Auch der Schweizer Psychoanalytiker Fritz Morgenthaler stellte in seiner Abhandlung Homosexualität – Heterosexualität – Perversion (1984) fest, dass eventuelle Probleme nicht notwendigerweise aus der normabweichenden Neigung, sondern in der Regel primär aus der tatsächlichen oder zu Recht befürchteten Reaktion der Umwelt auf die Neigung resultieren.Eine australische Umfragestudie mit über 19.000 eingereichten Antwortfragebögen kam zu dem Schluss dass eine BDSM-Neigung und die Auslebung derer als reguläre sexuelle Spielart einer Minderheit anzusehen sei. Ein Zusammenhang mit psychologischen Traumen und Problemen mit Sexualität bestehe nicht.

Zu demselben Ergebnis kam implizit bereits 1940 der Psychoanalytiker Theodor Reik in seinem bis heute aktuellen Standardwerk Aus Leiden Freuden. Masochismus und Gesellschaft.

Die folgende Liste zeigt, dass BDSM auch musikalisch im Mainstream angekommen ist:

Jahr Liedtitel Interpret
1967 Venus in Furs The Velvet Underground
1974 Dominance and Submission Blue Öyster Cult
1979 Bobby Brown (Goes Down) Frank Zappa
1979 S&M Thin Lizzy
1982 Sex Dwarf Soft Cell
1984 Master and Servant Depeche Mode
1986 Sweet Sweet Gwendoline Die Ärzte
1987 Strangelove Depeche Mode
1988 Bitte bitte Die Ärzte
1992 Dominated Love Slave Green Day
1992 Erotica Madonna
1992 Happiness in Slavery Nine Inch Nails
1993 In Your Room Depeche Mode
1997 Bestrafe mich Rammstein
1997 Gagged and Tied That Dog
2004 Sweet Gwendoline Umbra et Imago
2006 Blindfold Me Kelis
2008 Discipline Janet Jackson
2009 Ich tu dir weh Rammstein
2010 Mirrors Natalia Kills
2010 S&M Rihanna
2014 Call Me Master Blood on the Dance Floor

Aufklärungsseiten zum Thema

Vereinigungen

  • bvsm.de – Bundesvereinigung Sadomasochismus e. V.
  • bdsm.at – BDSM in Österreich
  • ig-bdsm.ch – BDSM in der Schweiz
  • maydaySM.de – bietet Krisenintervention und Adressenvermittlung in Notfällen
  • smjg.org – SMJG e. V. (BDSM Jugendvereinigung bis 27 Jahre)

(Quelle/Bilder)

Wie ihr seht, ist BDSM kein Thema ,welches man mit ein paar Worten beschreiben kann.

Es ist sehr vielfälltig und facettenreich. Ich hoffe, ich konnte euch das Thema etwas näher bringen.

 

Jetzt kommen wir zum Gewinnspiel! Schaut euch diese tollen Preise an!

 

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Wie könnt ihr gewinnen?

Sagt mir einfach, ob ihr eines der oben genannten Lieder kennt? Oder vielleicht auch mal ein Lieblingslied von euch gewesen ist?

Um in den Lostopf für die Zusatzgewinne zu kommen, müssen alle Beiträge kommentiert und alle Tagesfragen beantwortet werden!

Ich drücke euch die Daumen! ♣

 

Teilnahmebedingungen:
Teilnahme ab 18 Jahren.
Versand innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich.

Für den Versand per Postweg wird keine Haftung übernommen.
Das Gewinnspiel endet am 29.01.2016 um 23:59 Uhr.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt man sich im Gewinnfall bereit, öffentlich namentlich am Ende der Blogtour genannt zu werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Keine Barauszahlung des Gewinnes möglich.

Stationen der Blogtour

23.Januar 2016-Reihenvorstellung bei Bücherleser

24. Januar 2016 – Faszination BDSM bei Realbooksneverdie
25. Januar 2016 – Eine kleine Einführung in die Welt der Sexspielzeuge bei Eine Bücherwelt
26. Januar 2016 – Protagonisteninterview bei Katrin’s Lesewelt
27. Januar 2016 – Unerfüllte Sehnsüchte und Träume – Wie prägen sie ein Leben? bei Bookwormdreamers
28. Januar 2016 – Erste Liebe – Eine Liebe für die Ewigkeit? bei Beates Lovelybooks
29. Januar 2016 – Warum schreibe ich Erotikromane? – Eine Autorin packt aus bei Das Lesesofa
30. Januar 2016 – Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs

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16 thoughts on “Blogtour „Dark Rose“ 1&2 Faszination BDSM (ab 18 Jahre)

  1. Guten Morgen,
    sehr interessant und ein doch großer Bereich den es abdeckt. Einige der Lieder oben wie von Rammstein, Janet Jackson und den Ärzten kenn ich, wobei sie nicht als Lieblingslieder von mir sind.
    Danke für die tolle Erklärung
    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Hi ich kenne so einige Lieder von der oberen Liste. S&M von Rihanna finde ich auch echt klasse ein totaler Ohrwurm.

    Danke für den interessanten Beitrag heute
    Lg Ricarda; – )

  3. Ich kenne auch einige, bes. von Mirrors- Natalie Kills.
    Danke für die tolle Information über BDSM. Ist hier Gutdünken übersichtlich zusammengefasst und von allen Seiten beleuchtet.
    LG Eve

  4. Wow. Dankeschön für die großartige Aufklärung. Das meiste war mir bekannt, aber auch einiges neues dabei.
    Von den liedern sind mir einige bekannt, wie depeche mode, Madonna, Rhianna und mein liebstes ist Blood on the Dance Floor- Call the Master.
    Lg Sabrina

  5. Guten Morgen 🙂

    toller Beitrag und sehr interessant zu lesen. Einige der Lieder kenne ich wie Bobby Brown und S&M, Call Me Master 🙂

  6. Von den Liedern nenne ich jetzt nur vom Namen s&m von rihanna…. Wenn ich die anderen hören würde wären es vielleicht ein oder zwei mehr…. 🙂

  7. Kenne viele der Lieder die oben genannt sind und meine waren schon immer sweet,sweet gwendoline von den Ärzten und bestrafe mich von Rammstein
    Sandra Zachert

  8. Ich kenne die Lieder von den Ärzten, Rammstein und Rihanna. Meine Lieblingslieder waren sie aber nicht.

    LG Martina

  9. Hallo,
    danke für diesen sehr ausführlichen und informativen Beitrag! War sehr interessant zu lesen!
    Die Songs von Depeche Mode, Die Ärzte, Madonna, Nine Inch Nails, Rammstein, Janet Jackson und
    Rihanna kenne ich alle.
    Liebe Grüße, Anakalia

  10. Kenne sehr viele Lieder aus der Sammlung. .. die wunderbaren Songs der Ärzte – der Besten Band der Welt allerdings aus den 80 er und Anfang 90 er Jahre…
    Aber mein Absoluter Favorit ist Natürlich Master and Servant… das war mein Absoluter Lieblingssong vom Anfang bis heute liebe ich und höre ich dieses Lied 😉

  11. Juhu,
    Das war wirklich ein sehr interessanter Artikel. Vielen Dank dafür… U die Lieder sind natürlich bekannt, gerade Depeche Mode u Rammstein. Aber die rhianna Version von S/M liebe ich total….

    LG Hellgrit

  12. Hallo,

    ich habe den ein oder anderen Song sicher schon mal gehört, aber so auf Anhieb fällt mir zu keinem der Text ein 🙂

    LG
    SaBine

  13. Hallo
    Also das war mal ein sehr tiefer Einblick. Es ist schon faszinierend wie viele Bereiche es gibt.
    Einige Künstler sowie Lieder kenne ich
    Madonna, Rammstein, Janet Jackson oder Rihanna. Aber Lieblingslieder sind es leider von mir nicht.
    Lg Stefanie

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